Bei seltenen Caridina ist der Handelsname oft weniger eindeutig als erwartet. Sri-Lanka-, Blauschwanz- und Mandarinengarnelen sowie Mini Japonica und Rotschwanz müssen deshalb getrennt betrachtet werden.
Sri-Lanka-Zwerggarnele: Caridina simoni
Caridina simoni ist ein wissenschaftlicher Artname; seine Abgrenzung gegenüber ähnlich benannten Formen wurde taxonomisch untersucht. Ein Verkaufsname wie Sri-Lanka-Garnele allein liefert deshalb noch keine zuverlässige Bestimmung. Quelle und Stamm sollten nachvollziehbar sein.
Bei einer geplanten Zucht nach dem beobachteten Entwicklungsverlauf des konkreten Stammes fragen. Der Sammelbegriff Caridina sagt weder direkt entwickelnde Jungtiere noch eine marine Larvenphase für jede Art voraus.
Blauschwanzgarnele: Caridina fernandoi
Caridina fernandoi wird als Blauschwanz- oder Rückenstrichgarnele beschrieben. Farbe und Rückenzeichnung können die Beobachtung unterstützen, sind allein aber keine hinreichenden Bestimmungsmerkmale. Für seltene Angebote sind Fotos, Herkunft und erfolgreiche Stammhaltung besonders wichtig.
Ein Erfahrungsbericht kann zeigen, unter welchen Bedingungen ein Bestand gepflegt wurde. Er beweist nicht, dass seine Werte für jedes ähnlich bezeichnete Importtier gleichermaßen passen. Das vorhandene Aquarium und die dokumentierte Herkunft gemeinsam prüfen.
Mandarinengarnele: Caridina thambipillai
Mandarinengarnelen werden auch als Sunkist oder Orange Celebes angeboten. Diese orange Garnele ist nicht mit Orange Sakura aus der Gattung Neocaridina gleichzusetzen. Für im Handel entsprechend bezeichnete Stämme werden salzabhängige Larven beschrieben.
Plane daher Haltung und Zucht getrennt: Erwachsene Tiere im passenden Aquarium zu pflegen bedeutet nicht, dass der Nachwuchs dort automatisch groß wird. Für einen Zuchtversuch braucht es eine nachvollziehbare Artzuordnung und eine artspezifische Larvenaufzucht.
Mini Japonica: kein sicherer Artname
Mini Japonica klingt nach einer kleinen Amanogarnele, ist aber ein Handelsname. Daraus lässt sich weder Caridina multidentata noch deren Fortpflanzung sicher ableiten. Ohne eindeutige Bestimmung sollte kein fester Temperatur- oder Salzplan versprochen werden.
Verlange adulte Fotos, wissenschaftliche Zuordnung und einen Nachweis, wie sich der angebotene Stamm vermehrt. Wenn diese Angaben fehlen, ist eine dokumentierte Nachzucht einer bekannten Art die verlässlichere Wahl für ein gezieltes Zuchtprojekt.
Rotschwanzgarnele: den vollständigen Namen erfragen
Ein roter Schwanz kann bei verschiedenen Arten oder Handelsformen auftreten. Rotschwanzgarnele ist deshalb kein universeller Steckbriefname. Zusätze wie Burma und eine wissenschaftliche Bezeichnung helfen, Angebote auseinanderzuhalten.
Mische unbestimmte Garnelen nicht mit einer bestehenden Zuchtlinie. Ein separates Beobachtungsbecken mit Pflanzen und Aufwuchs bietet Zeit für die Klärung. Erst danach über Vergesellschaftung, Zuchtbedingungen und weitere Anschaffungen entscheiden.
Quellen und fachliche Einordnung
Der Beitrag fasst die verlinkten Fachquellen zusammen. Haltungsangaben müssen zur eindeutig bestimmten Art und zum vorhandenen Zuchtstamm passen; eigene Haltungstests liegen diesem Beitrag nicht zugrunde.